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Bild: © Maria Evseyeva | Shutterstock.com
4. Dezember 2015

Asthma-Prävention durch Antigen-Kontakt beim Aufwachsen mit Hund

Tiere, insbesondere Hunde, sind gerade für die Entwicklung von Kindern sehr nützliche Familienmitglieder. Die Kleinen lernen einen verantwortungsvollen Umgang mit anderen Lebewesen, sind häufiger an der Luft und kommen bereits in jungen Jahren in Kontakt mit möglichen Allergenen. Dass Hunde und andere Tiere auch eine vorbeugende Wirkung vor Asthma bei Kindern haben, dürfte den meisten jedoch unbekannt sein.

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Asthma-Prävention durch Antigen-Kontakt beim Aufwachsen mit Hund
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Untersuchung des Zusammenlebens von Hund und Kind

Das Team um Epidemiologin Tove Fall von der Universität Uppsala führte eine der größten
Untersuchungen zum Zusammenhang des Aufwachsens mit Hund als möglicher Prävention von Asthma-Erkrankungen durch. Sie stützten sich auf den bereits mehrfach untersuchten Fakt, dass Kinder, die auf Bauernhöfen leben und
dort ständig mit Tieren in Kontakt sind, sehr viel seltener an Asthma leiden als Kinder, die ohne
Tiere aufwachsen. In ihrer Studie gingen die Forscher nun der Frage nach, ob auch ein Hund im Haus
eine ähnliche Prävention vor Asthma bietet.

Die Forscher konnten auf neun schwedische Melderegister
zurückgreifen, in denen neben den in den Familien lebenden Kindern auch deren Familienhunde
geführt werden. Als Grundlage wurden die Daten von mehr als einer Million Kinder, die zwischen 2001
und 2010 geboren wurden, ausgewertet. Aus den medizinischen Daten der Kinder in den ersten fünf Lebensjahren wurde die Analyse erstellt (Quelle: JAMA Network).

Studie zeigt: Hund schützt vor Asthma

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass eine Schutzwirkung durch das Zusammenleben von Hund und Kleinkind in der Tat besteht. Wenn sie auch längst nicht so wirkungsvoll ist wie bei Kontakt mit Tieren auf einem Bauernhof, so lässt sich aus der Auswertung
doch ein positives Fazit ziehen. Immerhin konnte ermittelt werden, dass im Alter zwischen drei und sechs Jahren etwa zehn Prozent weniger Kinder aus einem Haushalt mit Hund den Kinderarzt wegen asthmatischer Probleme aufsuchen mussten. Bei den älteren Kindern lag der Anteil der Erkrankten um 15 Prozent niedriger. Es stellte sich
außerdem heraus, dass auch Kinder von asthmakranken Eltern von dem frühzeitigen Kontakt mit Antigenen profitierten. Aufgrund der großen Datenbasis kann das Ergebnis der Studie als
repräsentativ angesehen werden.

Prävention des Aufwachsen auf dem Bauernhoch besonders hoch

Nicht außer Acht gelassen werden darf allerdings die Tatsache, dass ein Hund nur zu einem wesentlich geringeren Maß vor Asthma im Kindesalter schützt als beispielsweise Bauernhoftiere. Kinder von Bauernhöfen weisen ein sehr viel höheres stabiles Immunsystem auf. Bei diesem Personenkreis war die Rate der asthmakranken Kinder sogar um über 50 Prozent reduziert.

Allergenexposition und Asthma

Häufig sind es allergische Auslöser wie Tierhaare, Hausstaub, Pollen, Schimmelpilze und Insektenstiche, die zu Asthma bronchiale führen. Bei Kontakt mit den Atemwegen oder der Haut schüttet der Körper Histamin aus, das zur Weitung der Blutgefäße führt und Husten- sowie Niesanfälle oder allergische Reaktionen der Haut auslöst. Zum anderen sind psychische Ursachen wie Stress, bakterielle Infekte oder Umweltbelastungen für die Entstehung von Asthma verantwortlich. Die meisten Betroffenen leiden unter Mischformen, bei denen allergische und nicht-allergische Auslöser das Asthma verursachen.

Durch den Kontakt mit Allergenen im ersten Lebensjahr wird das Immunsystem eines Kindes regelrecht geschult. Das System lernt während dieser Zeit, welche Antigene es tolerieren kann und gegen welche es Abwehrkräfte entwickeln muss, wie zum Beispiel eine vermehrte Ausschüttung von Histamin. Je häufiger das Kind mit Allergenen, wie Tierhaaren, in Kontakt kommt, desto genauer scheint das Immunsystem später zu funktionieren. (Quelle: Ärzteblatt)

Entscheidung für Haustiere auch bei Säuglingen

Eltern sehr junger Kinder lehnen die Aufnahme eines Hundes in die Familie häufig ab, weil sie befürchten, dass die Kinder bei engem Kontakt mit dem Hund zu häufig in Kontakt mit Keimen und Bakterien kommen, was Krankheiten begünstigen würde. Doch gerade dieser Kontakt mit Keimen oder Allergen regt das Immunsystem an und stärkt es dauerhaft. Aus medizinischer Sicht ist es daher sogar ratsam, das Kind frühzeitig mit bakteriellen Antigenen in Kontakt
zu bringen. Die Zahl asthmakranker Kinder lässt sich so möglicherweise deutlich reduzieren. Asthma zählt immerhin zu den Volkskrankheiten, die in den letzten 20 Jahren stark zugenommen hat. Der Anteil von betroffenen Kindern ist mit einem Drittel der Erkrankten sehr hoch. Es wird vermutet, dass jedes siebte bis zehnte Kind mit einer asthmatischen Erkrankung geboren wird. In Familien, in denen schon die Eltern an der Krankheit leiden, ist der Nachwuchs besonders stark gefährdet.

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