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Bundesfreiwilligendienst: Niemand will sich engagieren
13. Juli 2011

Bundesfreiwilligendienst: Niemand will sich engagieren

Berlin – Der neue Bundesfreiwilligendienst (Bufdi), der nach dem Ende der Wehrpflicht den Zivildienst ersetzt, läuft bundesweit nur schleppend an. Einer Umfrage der zufolge finden die großen Hilfsdienste in Deutschland nicht genügend Bundesfreiwilligendienstleistende.

Bundesfreiwilligendienst: Niemand will sich engagieren

Bild: marS / flickr CC

Während der Malteser Hilfsdienst bisher rund 1.000 Zivildienstleistende hatte und zum Bufdi-Start am 1. Juli 2011 mit 900 Helfer plante, sind tatsächlich nur 98 Verträge zustande gekommen. Gerade einmal 13 der Freiwilligen haben am 1. Juli ihren Dienst angetreten. Claudia Kaminski, Sprecherin des Malteser Hilfsdienstes zu “Bild”: “Wir kämpfen mit dem Wegfall der Zivis. Und es ist ein riesiger Aufwand für unsere Dienststellen die Lücken zu schließen.” Beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), der bislang im Durchschnitt 1.700 Zivildienstleistende beschäftigte, sollten laut der Umfrage 830 Bufdis zum Monatsbeginn ihren Dienst antreten. Die tatsächliche Zahl der Verträge lag jedoch bei nur 50. Die Hilfsorganisation Johanniter hat seit dem 1. Juli 1.000 Bufdi-Plätze zur Verfügung. Aktuell hat die Organisation allerdings nur 170 Verträge in Vorbereitung. Bislang hätten bundesweit nur drei 3 Helfer den Bundesfreiwilligendienst aufgenommen. Der Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche, Caritas, hat in seinen Einrichtungen zum 1. Juli 3.300 Bufdi-Plätze zu vergeben. Bis zum Start des Bundesfreiwilligendienstes kamen aber nur 300 Verträge zustande, weitere 100 stehen vor dem Abschluss. Indes stellt das Familienministerium den Bundesfreiwilligendienst nach dem Start als Erfolg dar. Es gebe bundesweit schon 17.300 Freiwillige. Darin eingeschlossen sind allerdings 14.300 Zivildienstleistende, die freiwillig ihren Dienst verlängert haben.

Der Freiwilligendienst ist 2011 als Initiative zur freiwilligen, gemeinnützigen und unentgeltlichen Arbeit eingeführt worden. Der Bundesfreiwilligendienst wurde von der Bundesregierung als Reaktion auf die Aussetzung der Wehrpflicht und damit auch des Zivildienstes eingeführt. Der ehemalige Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg setzte die allgemeine Wehrpflicht im Spätsommer 2009 aus. Mit dem Freiwilligendienst wollte die Bundesregierung einen Ersatz für den Zivildienst einführen und das bürgerliche Engagement fördern.

khk/em/dts

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