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Cannabis: Gründe, die für eine Legalisierung sprechen
4. Juni 2015

Cannabis: Gründe, die für eine Legalisierung sprechen

Obwohl die Cannabispflanze vor einiger Zeit als Zahlungsmittel in den USA verwendet wurde, folgte ein plötzliches Verbot. Nun ist die Pflanze in einigen US-Bundesstaaten wieder legal – mit positiven Erfolgen. Wie würde die Situation in Deutschland aussehen?

Immer mehr Politiker versuchen, Cannabis zu legalisieren. Dabei treffen sie wenig überraschend auf Kritik. Dazu gehört auch der Chef des Münchner Rauschgift-Dezernats, Hubert Halemba. Wie auf merkur.de zu lesen ist, würden Politiker bei der Legalisierung lediglich den monetären Aspekt sehen, so Halemba. Die Folgen für Jugendliche und der medizinische Aspekt blieben außen vor.

Halemba vergleicht Cannabis mit Alkohol. Letzteres würde man nicht nur zum Wegschießen trinken, sondern auch zum Genuss, so der Chef des Münchner Rauschgift-Dezernats. Eine Meinung, die nicht unbedingt vertretbar ist. Schließlich gibt es genügend Menschen, die ihre Sorgen buchstäblich wegtrinken. Auf der anderen Seite wird Cannabis genauso wie Alkohol zum Relaxen oder auch zur Schmerzlinderung verwendet.

Der Vergleich hat also große Lücken, wie auch Suchthilfe-Experten erkannt haben. Ihrer Meinung nach ist Alkohol ein gesellschaftliches Problem, welches ernst genommen werden muss. Cannabis hat aber das Zeug, ein Weiteres zu werden, wenn die Legalisierung nicht richtig abläuft. Dies würde bereits beim Image beginnen: Jugendlichen muss klar werden, dass Kiffen nicht cool ist. Dieses Problem gab es früher bereits mit Zigaretten, als die Industrie versuchte, das Rauchen als etwas Cooles darzustellen, um Neukunden zu gewinnen.

Cannabis sativa by M. Martin Vicente, on Flickr
Creative Commons Creative Commons Attribution 2.0 Generic License   by  M. Martin Vicente 

 

Welche Vorteile eine gut optimierte Legalisierung bringen könnte

Erfahrungen aus den USA zeigen, dass die Legalisierung des Cannabis-Verbotes viele Vorteile mitbringen könnten. Gemeint ist nicht nur der monetäre Aspekt, sondern auch die Reduzierung von Verbrechen. Folgende Vorteile könnte eine Lockerung des Verbots der Bundesrepublik oder einzelnen Bundesländern bringen:

  1. Steuereinnahmen: Der monetäre Aspekt ist bei der Legalisierung von Marihuana nicht zu vernachlässigen. Der Bundesstaat Colorado verdient jedes Jahr rund 80 Millionen US-Dollar. Ohne eine Legalisierung wandert jeder Profit in die Taschen der Drogendealer.
  2. Tourismus: Abseits von den Nachbarn in den Niederlanden ist Marihuana in keinem europäischen Land legal. Die Tourismusbranche würde somit immens von einer Legalisierung profitieren. Insbesondere kleinere Regionen haben die Möglichkeit, ihren Tourismus zu erweitern. Das hat auch der ehemalige Cowboystaat Colorado geschafft, der inzwischen von vielen Restaurants und Brauereien geziert wird.
  3. Straftatenbekämpfung: 2013 gab es 145.000 eröffnete Ermittlungsverfahren, die mit Cannabis in Zusammenhang stehen. Diese Ermittlungsverfahren bedeuten, dass die Polizei sich mit vergleichsweise unwichtigen Straftaten befassen muss und ihre Arbeitskraft abnimmt. Durch eine Legalisierung könnte die Polizei ihre Kraft auf ernst zu nehmende Taten konzentrieren.
  4. Arbeitsplätze: Jede neue Branche oder Industrie schafft Arbeitsplätze. Allein in Colorado erhielten 10.000 Menschen einen Job durch die Cannabis-Legalisierung. Die neuen Jobs wiederum spülen Geld in die Staatskassen ein.
  5. Inland-Drogenanbau: Derzeit bestellen die meisten Menschen ihre Hanfsamen auf Webseiten wie suzyseeds.com anonym im Internet. Viele nutzen die Samen, um eigene Plantagen zu schaffen. Allein im vergangenen Jahr wurden 800 solche Plantagen von der deutschen Polizei eliminiert. Mit einer Legalisierung würden solche Plantagen legal weiterlaufen können.

Wiesbaden als Modellstadt für legales Cannabis

Suchtmittel wie Alkohol und Zigaretten sind bereits legal. Nun wünschen sich einige Menschen, dass Cannabis dem Trend folgt. Trotz der oben genannten Vorteile gibt es Probleme bei der eigentlichen Umsetzung. Eine mögliche Lösung möchte Matthias Makowski, der den Cannabis Social Club Mainz/Wiesbaden (CSC) gegründet hat, an die deutschen Politiker bringen. Der Club hat bereits Rathausfraktionen in Wiesbaden angeschrieben, wie der Wiesbadener Kurier informiert, um ihr Modellprojekt vorzustellen. Darin äußerte der CSC seinen Wunsch, Cannabis in der Landeshauptstadt verkaufen zu können, bevor das Suchtmittel legal ist – natürlich unter bestimmten Voraussetzungen. Ziel ist es, Wiesbaden als Modellstadt durchzusetzen und Politikern bundesweit zu zeigen, wie die Legalisierung aussehen kann, ohne dass sie Nebenwirkungen bedeutet.

Anstrengungen und Bemühungen, dass Cannabis richtig legalisiert wird, gibt es also. Nun müssen nur noch alle Beteiligten gemeinsam an der bestmöglichen Umsetzung arbeiten.

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