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27. April 2011

Europa vor dem Aus: Griechenland muss umschulden

Die Lage Griechenlands sei „besorgniserregend“, erklärt EU-Währungskommissar Olli Rehm gegenüber „Welt Online“. Doch ist die Lage in Wirklichkeit nicht noch viel ernster? Täglich gibt es neue Negativnachrichten über Griechenland, die Zinsen für griechische Staatsanleihen explodieren und dennoch sind die hellenischen Staatspapiere nur noch Ramsch. Reißt Griechenland Europa in den Abgrund?

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„Bevor ich griechische Staatsanleihen kaufe, investiere ich lieber in Gyros, Schafskäse und Olivenöl. Für mehr ist Griechenland nicht mehr zu gebrauchen“ erklärt ein Vermögensverwalter in seinem Onlineblog. Und tatsächlich, Griechenland steht trotz Milliardenhilfen aus Brüssel und durch den Internationalen Währungsfonds vor dem Abgrund. Die Staatsverschuldung stieg in nur zwei Jahren um 20 Prozent auf mehr als 140 Prozent der Wirtschaftsleistung. Da halfen auch Sparmaßnahmen und Privatisierungen nichts. Nun soll weiter gespart werden. Doch die letzten Einsparungen haben bereits für Unruhen auf Athens Straßen gesorgt und der streikfreudige Grieche hat tagelang das Land lahmgelegt.

Ministerpräsident Giorgos Papandreou wird kaum noch härtere Sparmaßnahmen durchsetzen können. Und die Zeit wird knapp: In weniger als einem Monat wird die EU und der IWF Griechenlands Bemühungen unter die Lupe nehmen. Dann spätestens wird das Scheitern sämtlicher Rettungsprogramme öffentlich, denn sobald auch Brüssel erkennt, dass Griechenlands Schulden niemals pünktlich zurückgezahlt werden, dürfen keine neuen Hilfsgelder auf Athens Konten überwiesen werden. Eine Umschuldung wird unausweichlich.

Doch was so harmlos klingt, ist schlichtweg ein Staatsbankrott. Ein Schuldenschnitt könnte eine erneute, weltweite Bankenkrise auslösen und könnte „die Auswirkungen der Lehmann-Pleite in den Schatten stellen“, warnt EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark. Auch der weltgrößte Alleininvestor Pimco sieht die Umschuldung als unausweichlich. „Die bisherigen Lösungsversuche für Griechenland haben nicht funktioniert. Und viele, mich eingeschlossen, glauben auch nicht daran, dass sie künftig funktionieren werden“, erklärte Pimco-Chef Mohamed El-Erian gegenüber dem „Handelsblatt“. Einen Staatsbankrott in der Eurozone wird die europäische Gemeinschaftswährung nicht überleben.

Die rasant ansteigenden Edelmetallpreise zeigen überdeutlich, wie der Markt denkt. Die dramatische Flucht in Realwerte und Edelmetalle, die wöchentlich neue Allzeithochs verzeichnen, zeigt wie das Vertrauen in Papiergeld schwindet. Der Euro in seiner jetzigen Form wird dies nicht überleben, die Frage ist nur, wie lange Brüssels Bürokraten den Euro noch halten können. Ob Wochen, Monate oder Jahre spielt dabei keine Rolle. Wir müssen einsehen, dass Europas Einheitswährung gescheitert ist und wenn die Nettozahler, allen voran Deutschland, den Traum von finanzpolitischer Einigkeit in Europa nicht bald zu Grabe tragen, wird es für ganz Europa bald heißen: Kαληνύχτα Ευρώπη – Gute Nacht Europa.

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