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Flucht in Rohstoffe: Goldpreis steigt massiv an
3. August 2011

Flucht aus Papiergeld: Krise treibt Gold auf neues Rekordhoch

Der Goldpreis erreicht ein neues Rekordhoch. Sowohl in US-Dollar als auch in der Gemeinschaftswährung Euro verzeichnet Gold heute erneut ein Allzeithoch. Um 10 Uhr (MESZ) wurde die Unze des Edelmetalls für  1.673 US-Dollar (ca. 1.175 Euro) gehandelt. Damit stieg der Goldpreis in 24 Stunden um mehr als 50 US-Dollar.

Flucht in Rohstoffe: Goldpreis steigt massiv an

Flucht in Rohstoffe: Goldpreis steigt massiv an

Grund für den massiven Preisanstieg des Edelmetalls ist eine Flucht aus den Währungen US-Dollar und Euro. Auch der Schweizer Franken verzeichnete gestern einen Rekordwert gegenüber dem Euro. Der Euro kostete kurzzeitig 1,08 Franken und war damit auf dem tiefsten Wert in der Geschichte. Die grassierende Schuldenkrise in den USA und Europa führen zu einer Rallye an den Edelmetallmärkten. Auch das „Gold des kleinen Mannes“ Silber erholte sich und notiert bei über 40 US-Dollar je Feinunze.  Ebenfalls stiegen die Rohstoffpreise.

Einige Experten sehen bereits eine Flucht aus den Papierwährungen und fürchten in Anbetracht der ausufernden Staatsschulden eine massive Geldentwertung bis hin zum Euro-Crash. Das gelbe Edelmetall wird jedoch nicht nur von Privatinvestoren gekauft, die damit ihr Vermögen absichern wollen, sondern zunehmen auch von institutionellen Anlegern und Fonds. Wie gestern bekannt wurde, hat die südkoreanische Notenbank in den vergangenen zwei Monaten 25 Tonnen Gold gekauft und damit ihre Goldreserven mehr als verdoppelt. Auch die China und Indien steigt die Nachfrage deutlich an.

Insbesondere Investoren, die bislang in als vermeintlich sicher geltende Staatsanleihen investierten, schichten massiv um. Trotz des neuen Eurorettungspakets stiegen die Zinsen für langfristige Staatsanleihen von Spanien und Italien deutlich an.  Der italienische Finanzminister berief gestern eine Krisensitzung ein und führte eine Telefonkonferenz mit EU-Währungskommissar Olli Rehn. Heute reiste Giulio Termonti zu einem Krisengespräch nach Luxembourg. Italien muss in den nächsten Wochen Staatsanleihen im Wert von 130 Milliarden Euro refinanzieren. Durch die rapide ansteigenden Zinssätze gestaltet sich die Refinanzierung zunehmen als schwierig. Der neue Eurorettungsschirm würde, im Falle einer weiteren Ausuferung der Italienkrise, für eine Rettung Italiens nicht ausreichen. Italienische Banken beklagen zudem massive Geldabflüsse. So mussten in den vergangenen Tagen italienische Finanzinstitute mehrfach von Handel an der Mailänder Börse ausgesetzt werden.

(khk)

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