Nach der Entführung dreier deutscher Bergsteiger in der Türkei hat die EU-Kommission einen eindringlichen Appell an die Geiselnehmer gerichtet. "Hier wurden unbeteiligte friedliche Bergsteiger als Geisel in einem bewaffneten Konflikt genommen", sagte der Vizepräsident der Kommission, Günter Verheugen, der "Bild am Sonntag". Die Führung der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) sollten für "die sofortige bedingungslose Freilassung" der drei Bayern sorgen. "Die PKK schadet mit Aktionen dieser Art den Interessen des kurdischen Volkes", sagte Verheugen. Gewalt werde den Konflikt nicht lösen.
Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtete, eine frühe Freilassung der Geiseln sei am Widerstand der türkischen Regierung gescheitert. Die PKK hatte dem deutschen Krisenstab demnach kurz nach der Entführung die Freilassung der Bergsteiger angeboten, die am Berg Ararat verschleppt worden waren. Die Geiseln sollten dem Internationalen Roten Kreuz übergeben werden. Die türkische Regierung habe die Offerte jedoch abgelehnt und erklärt, auf ihrem Staatsgebiet dürfe lediglich die islamische Hilfsorganisation Roter Halbmond operieren, berichtete der "Spiegel" weiter. Deren Vermittlung habe wiederum die PKK abgelehnt.
Den Geiseln soll es laut "Spiegel" verhältnismäßig gut gehen. Der deutsche Krisenstab befürchte aber, dass eine Freilassung durch die gegensätzlichen Interessen von PKK und türkischer Regierung erschwert werde. Offenbar beharre die PKK auf einer öffentlichkeitswirksamen Übergabe, während Ankara einen Propagandaerfolg der Kurden-Rebellen verhindern wolle.