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01. Februar 2008 Druckversion | Kommentar schreiben

WIRTSCHAFT & FINANZEN

Anbaufläche für Genmais hat sich verdoppelt

Anbaufläche für Genmais hat sich verdoppelt

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Der Anbau von genverändertem Mais in Sachsen weitet sich immer mehr aus. Für das laufende Jahr wurde beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) der Anbau von sogenanntem BT-Mais auf 1034 Hektar angemeldet. Das entspricht mehr als einem Viertel der in ganz Deutschland für den Anbau von genveränderten Pflanzen angemeldeten Fläche. Sachsen liegt damit hinter Brandenburg auf Platz zwei, im Vergleich zu 2007 wurde die Anbaufläche im Freistaat fast verdoppelt. Der Landesbauernverband erneuerte am Freitag seine Warnung an die Landwirte, genveränderte Pflanzen anzubauen. Das Haftungsrisiko sei einfach zu groß.





Insgesamt soll in diesem Jahr auf zehn Äckern BT-Mais angebaut werden. Dabei handelt es sich ausnahmslos um Mais der Sorte MON 810 des amerikanischen Herstellers Monsanto. Dieser Mais ist durch ein künstlich eingebrachtes Protein weitgehend gegen den Maiszünsler resistent. Der Maiszünsler ist ein Kleinschmetterling, der seine Larven mit Vorliebe auf Maispflanzen ablegt, die diese dann auffressen. Das führt zu großen Ernteausfällen. Mais der Sorte MON 810 ist die einzige in Europa für den kommerziellen Anbau zugelassene gentechnisch veränderte Ackerpflanze. Frankreich wie auch andere EU-Staaten jedoch haben ein Anbauverbot für die Pflanzen verhängt.

Jens Heinze vom Aktionsbündnis für ein gentechnikfreies Sachsen sagte, zwar erhöhe sich seit Jahren die angemeldete Fläche, die Zahl der Betriebe, die im Freistaat auf Genmais setzen, steige aber kaum. «Das sind immer die üblichen Verdächtigen», sagte er. Die breite Masse der Landwirte in Sachsen lehne den Anbau von Genmais nach wie vor ab. Auch wenn die Anbaufläche stetig zunehme, dürfe dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass lediglich 1,25 Prozent der Maisanbaufläche mit Genmais bepflanzt werde. Zudem verlangten immer mehr Landeigentümer von ihren Pächtern, dass sie auf den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen verzichteten. Gerade die Kirche als Landbesitzer habe hier eine klare Position bezogen, sagte Heinze.

Der Landeschef der Grünen, Rudolf Haas, warf Landwirtschaftsminister Roland Wöller (CDU) vor, dem Ausbau der Gentechnik in Sachsen durch seine Förderpolitik Vorschub zu leisten. Das Beispiel Bayern zeige, dass mit einer anderen Politik auch andere Landwirtschaft gemacht werde. Die bayerische Regierung stehe dem Thema Gentechnik kritisch gegenüber, daher sei dort die Anbaufläche für Genmais auch um 80 Prozent niedriger. Und das konservativ regierte Frankreich habe in diesem Jahr den Anbau der Maissorte MON 810 komplett verboten.

Der Anbau-Experte des Landesbauernverbandes, Andreas Jahnel, warnte die Landwirte weiter davor, Genmais auf ihren Äckern anzubauen. Ein solcher Anbau berge wegen der momentanen Schadenersatzregelungen kaum zu kalkulierende Risiken, sagte Jahnel. So könne ein Landwirt Schadenersatz fordern, wenn seine Ernte durch auf dem Nachbaracker angebauten Genmais verunreinigt werde. Dieses Risiko müsse jeder Landwirt selbst abschätzen. Jahnel zeigte jedoch auch Verständnis für die Sorge der Bauern, dass Schädlinge wie der Maiszünsler die Erträge mitunter schmerzhaft reduzieren könnten.

Nach Ansicht des Umweltexperten der FDP-Landtagsfraktion, Tino Günther, soll jeder Landwirt selbst entscheiden, was er anbaut. Unter Verweis auf einen Aufruf der Initiative «Gendreck weg!» forderte er zugleich Minister Wöller auf, gegen 300 im Internet organisierte «Feldbefreier» vorzugehen.




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