Der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) bedauert den angekündigten Rückzug von Michael Glos (CSU) vom Amt des Bundeswirtschaftsministers. «Die deutsche Wirtschaft verliert mit ihm einen verlässlichen und kompetenten Gesprächspartner», sagte BDI-Präsident Hans-Peter Keitel dem «Tagesspiegel am Sonntag». «Aufgrund seiner enormen politischen Erfahrung, seinem Hintergrund als Unternehmer und seiner persönlichen Integrität war Michael Glos in der Lage, die Anliegen der deutschen Wirtschaft im politischen Meinungsbildungsprozess überzeugend zu vertreten», ergänzte Keitel.
Der stellvertretenden FDP-Vorsitzende Rainer Brüderle sagte dem Blatt, es sei für Deutschland ein «trauriges Signal», dass der letzte Ordnungspolitiker die Regierung verlassen wolle. «Das schwarz-rote Schiff treibt orientierungslos ohne Marktwirtschaftler durch eine raue See», sagte Brüderle. Die Entscheidung des Ministers verdiene Respekt. Die FDP werde nun um so entschiedener für die Einhaltung der Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft kämpfen.
Glos hatte am Samstag in einem Brief an CSU-Chef Horst Seehofer seinen Rücktritt angeboten. Seehofer nahm diesen jedoch nicht an.

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