Stralsund (ddp-nrd). Fast drei Jahre nach der Grundsteinlegung sind die Rohbauarbeiten an der neuen Rügenbrücke in Stralsund weitgehend abgeschlossen worden. Zum symbolischen Brückenschlag reichten sich am Montag auf der derzeit größten Brückenbaustelle Deutschlands Rügens Landrätin Kerstin Kassner (Die Linke) und der Stralsunder Oberbürgermeister Harald Lastovka (CDU) die Hände.
Das neue Wahrzeichen von Stralsund werde am 19. Oktober mit einem dreitägigen Brückenfest eingeweiht, kündigte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Otto Ebnet (SPD) an. Für den Autoverkehr werde die seilverspannte dreispurige Pylonbrücke voraussichtlich am 22. Oktober freigegeben.
Die Kosten für das Bauwerk bezifferte Ebnet auf rund 100 Millionen Euro. Vor allem die erhöhten Stahlpreise und der Einbau zusätzlicher Sicherungen wie windabweisender Schutzgeländer hätten zu Mehrkosten in Höhe von fast 20 Millionen Euro geführt. Die noch zu installierenden gläsernen Windschutzeinrichtungen würden es jedoch ermöglichen, dass künftig Lastwagen und Campinggespanne die 42 Meter hohe Brücke noch bis zu Windstärke 7 passieren können.
Nach Angaben der Bauleitung wird der letzte Beton voraussichtlich am Dienstag gegossen, so dass die Baufahrzeuge eine Woche später die Baustelle sowohl von der Festland- als auch von der Inselseite erreichen können. Bis zum Herbst müssen auf der 2,8 Kilometer langen Brücke jetzt noch die erforderlichen Verkehrsleitsysteme installiert und die Fahrbahn asphaltiert werden.
Der unmittelbar neben der neuen Rügenbrücke befindliche alte Rügendamm soll künftig dem lokalen und den Bahnverkehr vorbehalten sein. Zugleich kann bei Unwetter oder extremer Eisglätte der Schwerlastverkehr über die 1936 errichtete Strelasundquerung umgeleitet werden. Noch unklar ist, ob der Rügendamm nach Einweihung der neuen Inselzufahrt vom Bund in die Zuständigkeit des Landes Mecklenburg-Vorpommern übergehen wird. Eine langfristige Übernahme käme erst nach einer grundlegenden Instandsetzung des Rügendamms in Betracht, sagte Ebnet.
Unterdessen sind die Planungen für den Ausbau der weiterführenden Verkehrstrasse auf der Insel Rügen ins Stocken geraten. Nach Angaben von Projektleiter Volker Kock von der bundeseigenen Verkehrsplanungsgesellschaft DEGES stehen noch Nachmeldungen von Vogelschutzgebieten aus, die eine Optimierung der Trassenführung nach sich ziehen werden. «Wir sind optimistisch, dass die zweieinhalb Jahre dauernden Arbeiten zum Bau der neuen Bundesstraße vom Verkehrsknotenpunkt Altefähr nach Bergen im Sommer 2008 beginnen können», sagte er.

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