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16. Februar 2008 Druckversion | Kommentar schreiben

WIRTSCHAFT & FINANZEN

Das Wunschauto aus dem Web

Das Wunschauto aus dem Web

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djn). Ein neues Auto ist teuer, selbst wenn die Hersteller inzwischen hohe Rabatte einräumen. Da klingt es verlockend, wenn nur 2,05 Euro Miete pro Tag für ein Mittelklasse-Modell zu zahlen sind oder 62,35 Euro pro Monat. Das ist möglich, zumindest wenn man der Offerte des Internet-Anbieters Multi Car System glauben darf. Doch Experten warnen. «Ich würde das nur mit sehr spitzen Fingern anfassen», rät AvD-Juristin Petra Schmucker in Frankfurt am Main den ddp/Dow Jones Wirtschaftsnachrichten.





«Sie stellen sich Ihr gewünschtes Fahrzeug vor Ort oder im Internet zusammen», wirbt Multi Car System. Geliefert werde «innerhalb der folgenden vier bis sechs Monate, mitunter auch schneller». Doch zuvor müssen 300 Euro als so genannte Kaution bei der Auftragserteilung überwiesen werden, weitere 300 Euro bei der Fahrzeugübernahme. Dazu addieren sich 149 Euro «Bearbeitungsgebühren».

Auch Joachim Geburtig von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern hat sich das verlockende Angebot und die Geschäftsbedingungen dazu angesehen. Auch er hebt warnend den Finger: «Der Verbraucher trägt hier einseitig das finanzielle Risiko, zumal weitere Kosten nicht ausgeschlossen sind.»

Wenn man einmal unterstellt, dass 62,35 Euro pro Monat für ein Fahrzeug mit einem Listenpreis von 15 000 Euro gelten sollen, dann wären dies rund 748 Euro pro Jahr und somit 2,49 Prozent Mietkosten pro Jahr. Schwer vorstellbar, wie sich das rechnen soll und zudem eine Firma noch einen Gewinn erzielt.

Fragwürdig erscheint auch die gesamte Firmenkonstruktion. Laut Web-Impressum sitzt das Unternehmen im ungarischen Györ und damit bei Rechtsstreitigkeiten für einen deutschen Verbraucher weit weg. Allerdings wird auch eine Adresse im sächsischen Wilkau-Haßlau ausgewiesen. Die wiederum wird vertreten durch eine «K.S.O. eK», und als deren Adresse wird ein Postfach genannt. «Nach deutschem Recht kann dahin beispielsweise kein Mahnbescheid zugestellt werden», schildert Petra Schmucker das Problem. Merkwürdig zudem, dass bei dem «Zeitfahren» (Werbeslogan) eine Schufa-Nachfrage außen vor bleibt soll.

Für die AvD-Juristin ist das alles «ein schwer durchschaubares Geflecht». Sicherlich gebe es bessere Methoden, zu einem neuen Auto zu kommen. Das sieht allerdings der Anbieter anders und lockt mit einem weiteren Zückerchen: «Vier Monate vor der Beendigung des Mietvertrages benachrichtigen wir Sie wieder, damit Sie sich ein gewünschtes neues Auto für das Folgejahr zusammenstellen können.»




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