Die Europäische Union hat der Türkei erneut mangelnde Beitrittsreife bescheinigt. Die EU-Kommission prangerte in ihrem in Brüssel vorgelegten Jahresbericht zu den Reform-Fortschritten der Türkei vor allem Defizite bei Bürgerrechten und bei der Meinungsfreiheit an. So genannte Ehrenmorde an Frauen und Folter seien immer noch "schwerwiegende Probleme", heißt es in dem Bericht. Auch im gespannten Verhältnis zur Republik Zypern gebe es keinerlei Fortschritte. Die Türkei verhandelt seit vier Jahren mit der Europäischen Union über eine Aufnahme.
Zugleich legte die Kommission Fortschrittsberichte zu sieben Beitrittsanwärtern auf dem Balkan vor, darunter Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Serbien. EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn rief die Balkanstaaten zu einem entschiedeneren Kampf gegen die Korruption auf. Kroatien gilt derzeit als aussichtsreichster Beitrittskandidat. Eine Aufnahme in die EU wäre frühestens 2011 möglich. Insgesamt verhandelt die EU mit neun Staaten, darunter auch Island.