Düsseldorf . Für den Düsseldorfer Henkel-Konzern ist der Weg zum weiteren Ausbau der starken Stellung im Klebstoffgeschäft frei. Weil das niederländische Unternehmen Akzo Nobel nach langem Ringen jetzt den britischen Chemiekonzern ICI übernimmt, kann das DAX-Unternehmen nun die Bereiche Klebstoffe und Electronic Materials von ICI kaufen. Darauf hatten sich Akzo und Henkel im Vorfeld verständigt und einen Preis von knapp vier Milliarden Euro ausgehandelt, wie Henkel am Montag in Düsseldorf mitteilte.
Die beiden Bereiche der ICI-Tochter National Starch hatten 2006 einen Umsatz von 1,85 Milliarden Euro erwirtschaftet. Einer Studie der italienischen Bank UniCredit zufolge hat Henkel derzeit einen Anteil von 16 Prozent am weltweiten Geschäft mit Industrieklebstoffen. Durch den Zukauf steige er auf 24 Prozent.
Sowohl von den Geschäftsfeldern als auch von der regionalen Aufteilung gelten die beiden Bereiche als gute Ergänzung. So könnte Henkel vor allem das Geschäft im asiatisch-pazifischem Raum stärken. Zudem gewinnt Henkel neue Aktivitäten dazu wie Klebstoffe für Sportschuhe auf Wasserbasis anstelle von Lösungsmitteln. ICI ist UniCredit zufolge auf diesem rund 740 Millionen Euro großen Markt führend. Dazu kommen Klebstoffe im medizinischen Bereich und druckempfindliche Kleber. Henkel rechnet mit jährlichen Synergien von 240 Millionen bis 260 Millionen Euro, vor allem auf der Kostenseite.
Der Preis gilt Analysten zufolge zwar als hoch, aber fair. Henkel selbst hatte angekündigt, den Einsatz vom Fremd- und Eigenkapital sowie den Verkauf von Randgeschäften zu prüfen. Laut J.P. Morgan wird Henkel vermutlich seinen Anteil von 29 Prozent an dem Unternehmen Ecolab verkaufen. Das könne zu einem Gewinn nach Steuern von 1,9 Milliarden Euro führen. Weitere 1,5 Milliarden Euro könne Henkel als Kredit aufnehmen. Die verbleibende Differenz werde das Unternehmen wohl über eine Kapitalerhöhung ergänzen.

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