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Frankfurt/Main . Die Gewinner des Klimawandels in der europäischen Wirtschaft sind nicht nur die Hersteller von Solarzellen, Windrädern oder spritsparenden und schadstoffarmen Autos. Vor allem die Bauwirtschaft dürfte einer der größten Profiteure werden, wie aus einer am Montag in Frankfurt am Main vorgestellten Studie der Deutschen Bank hervorgeht. Die Branche, die sich gerade von einer zehnjährigen Krise erholt, dürfte vor allem von vermehrten energetischen Gebäudesanierungen profitieren. Extreme Wetterereignisse, wie Stürme, starke Regenfälle oder Überschwemmungen könnten zudem sogar zu Sonderkonjunkturen führen.
Neben den Erneuerbaren Energien und der Baubranche sehen die Experten auch den Maschinenbau und die Elektrotechnik als Gewinner. Diese Branchen würden in den kommenden Jahren gleich doppelt vom Klimawandel profitieren. So kämen den Wirtschaftsbereichen sowohl der Klimawandel an sich zugute als auch die damit verbundenen staatlichen Maßnahmen, die ihn und seine negativen Auswirkungen bekämpfen sollen.
Die Erneuerbaren Energien zählen der Studie zufolge zu den Gewinnern, da sie in den nächsten Jahren weiter von klimapolitisch motivierten Förderprogrammen profitieren. Der Maschinenbau und die Elektrotechnik gehörten zu den Industriezweigen, die einen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner negativen Folgen leisten könnten. Potenzial sehen die Experten vor allem in den Bereichen Klima-, Heizungs- und Lüftungstechnik oder in der Entwicklung von Bewässerungstechnologien, Energiesteuerungsanlagen oder energieeffizienteren Haushaltsgeräten.
Verlierer der sich verändernden klimatischen Bedingungen seien hingegen vor allem der Verkehrssektor, die Energiewirtschaft mit fossilen Brennstoffen und das Ernährungsgewerbe. Fossile Energieträger, wie etwa Kohle, würden sich durch staatliche Maßnahmen tendenziell verteuern. Zwar hält die Studie eine Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken in Deutschland für möglich. Ein Neubau von Atommeilern wird allerdings für unwahrscheinlich gehalten. Auch für die Verkehrsbranche erwarten die Experten stärkere staatliche Belastungen. In der Ernährungswirtschaft würden sich die Rohstoffe verteuern.
Die Landwirtschaft muss sich der Studie zufolge auf starke Veränderungen einstellen. Die Bewirtschaftung der Anbauflächen müsse verstärkt dem wärmeren Wetter angepasst werden, Ernte- und Aussaattermine würden sich verschieben. Zudem seien hohe Schwankungen bei den Erträgen durch extreme Wetterereignisse, wie Stürme oder Dürren zu erwarten. Darüber hinaus sei mit einer Konkurrenz zwischen dem Anbau von Pflanzen zur Gewinnung von Lebens- und Futtermitteln und dem zur Energiegewinnung zu rechnen.
Auch im Tourismus werde es Gewinner und Verlierer geben. Es sei mit erheblichen regionalen und saisonalen Verschiebungen von Urlauberströmen zu rechnen, heißt es. So könnten beispielsweise die deutschen Ski-Gebiete wegen ausbleibenden Schnees zunehmend an Attraktivität verlieren, während die deutschen Küstenbäder durch das wärmere Wetter zunehmend an Beliebtheit gewinnen.
Die Forscher gehen in ihrer Studie von einer Zunahme der weltweiten Durchschnittstemperatur und einem merklichen Anstieg des Meeresspiegels aus. So werde etwa ein Temperaturanstieg um etwa zwei Grad bis zum Ende des Jahrhunderts gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990 zu Grunde gelegt. Zudem werde eine Änderung der globalen Niederschläge erwartet. Extreme Wetterereignisse, wie Orkane, Hurrikane, Starkregen und Dürren würden zunehmen.

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