Der italienische Staatschef Giorgio Napolitano hat das Parlament aufgelöst. Wie ein Sprecher der Präsidentschaft in Rom mitteilte, ist damit der Weg für Neuwahlen im April frei. Zuvor waren nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Romano Prodi Verhandlungen zur Bildung einer Übergangsregierung gescheitert. Nach Informationen der italienischen Nachrichtenagentur Ansa sollen die Neuwahlen am 13. und 14. April stattfinden.
Die jüngste Regierungskrise in Italien, wo erst im April 2006 Parlamentswahlen stattfanden, wurde durch eine Splitterpartei der Mitte-links-Koalition Prodis ausgelöst. Durch das Ausscheren dieser Partei aus dem Bündnis verlor der Regierungschef seine Mehrheit im Senat und trat am 24. Januar zurück.
Die Bemühungen von Senatspräsident Franco Marini um eine Übergangsregierung scheiterten am Widerstand des rechten Oppositionsführers Silvio Berlusconi, der auf Neuwahlen bestand. Eine rechtsgerichtete Koalition kann Umfragen zufolge mit einem Vorsprung von zehn bis zwölf Prozentpunkten vor dem Mitte-links-Bündnis rechnen.