Der RWE-Konzern und der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) kooperieren künftig im Bereich Biogas. Ziel der Zusammenarbeit sei die Errichtung und der Betrieb von Biogasanlagen, die fast ausschließlich auf Basis von Gülle betrieben würden, teilten die RWE Innogy GmbH und der WLV am Freitag bei der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung in Münster mit.
Die bei der Erzeugung von Biogas anfallenden Gärreste werden den Angaben zufolge in einem neu entwickelten und aufwendigen Verfahren aufbereitet. Es verbleibt ein hochwertiger Dünger, der wieder in landwirtschaftlichen Ackerbauregionen eingesetzt wird, und gereinigtes Wasser. Das erzeugte Biogas werde in das öffentliche Erdgasnetz eingespeist und von RWE Energy vertrieben, hieß es.
«Mit dieser Kooperation wollen wir die Entwicklung von Biogas einen großen Schritt voranbringen. Die Bedingungen hierzulande sind ideal, denn die Einspeisung ist angesichts des dichten Erdgasnetzes selbst in dünn besiedelten Gebieten möglich», sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung von RWE Innogy, Fritz Vahrenholt.
Mit der Kooperation stelle man sich «den Erwartungen der Gesellschaft, die von der Landwirtschaft einen spürbaren Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien erwartet. Der jetzt gewählte Ansatz ist eine behutsame Weiterentwicklung dieses Engagements und würdigt ausdrücklich die berechtigten Interessen unserer Nahrungsmittel produzierenden Betriebe», sagte WLV-Präsident Franz Josef Möllers.
Der Baubeginn der ersten Pilotanlage im Münsterland (Kreis Borken) ist nach derzeitigem Planungsstand für September dieses Jahres geplant. Die Inbetriebnahme könnte im Frühjahr 2010 erfolgen. Die Anlage soll auf 9 Megawatt thermisch ausgelegt sein und könnte damit jährlich 60 Gigawattstunden Biogas und 8 Gigawattstunden Strom in das öffentliche Gasnetz einspeisen. Damit könnten umgerechnet rund 2500 Haushalte im Jahr rund um die Uhr mit Gas versorgt werden. Daneben ist auch eine Direktverstromung in Kraft-Wärme-Kopplung am Standort geplant.

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