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08. März 2008 Druckversion | Kommentar schreiben

WIRTSCHAFT & FINANZEN

Stolz den dicken Bauch zeigen

Stolz den dicken Bauch zeigen

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djn). Sie heißen «9 Monate Berlin», «Elementelle», «sexymama» oder «hulahup»: Läden für Schwangerenmode in Berlin. Sie lassen zumindest in der Hauptstadt den Eindruck eines Booms entstehen. «Endlich sind die Jahre der sackartigen Kleidung vorbei», freut sich Anne Petzold, die «sexymama» betreibt. Frauen gingen jetzt bewusster mit ihrer Schwangerschaft um und seien bereit, mehr Geld für schöne Kleidung auszugeben. Zu den Neuerwerbungen gehörten schon lange nicht mehr nur Hosen, erklärt Petzold, die vor knapp drei Jahren ihr Geschäft im Prenzlauer Berg eröffnete.





Der Markt für Umstandsmode ist enger geworden. Neben heute relativ bekannten Firmen wie «bellybutton», medienpräsent durch die prominenten Mitinhaberinnen Dana Schweiger und Ursula Karven, oder «queenmum» bietet seit September vergangenen Jahres beispielsweise auch Esprit ein «Maternity»-Sortiment an. Europaweit vertreibt der Modekonzern acht Kollektionen pro Jahr. Mode für Schwangere sei ein Wachstumsmarkt, argumentiert eine Espritsprecherin. Auch der Bekleidungsriese Hennes & Mauritz (H&M) hat Umstandsmode und geht damit nach Worten einer Sprecherin «den Bedürfnissen der Kunden nach». Bereits vor sehr vielen Jahren sei damit begonnen worden, «wann genau können sie nicht mehr sagen».

Konkreter wird da schon die Geschäftsführerin von «bellybutton», Astrid Schulte. Seit 2001 vertreiben die fünf Inhaberinnen der Firma modische Kleidung für Schwangere im höheren Preissegment. Die Marke ist deutschlandweit bekannt, wird in rund 300 Geschäften angeboten und hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von sieben Millionen Euro erzielt. Für dieses Jahr sind laut Schulte neun Millionen Euro geplant und weitere Expansionen ins Ausland. «Die Zeiten, dass Schwangere nur Second-Hand tragen, sind vorbei», betont Schulte, die selbst dreifache Mutter ist. Ihr Anspruch sei viel größer geworden. Umstandsmode sollte heutzutage für alle Lebenssituationen erhältlich sein.

Bei «bellybutton» können deswegen neben den typischen Shirts, Hosen und Kleidern auch Yoga-Sachen, Unterwäsche sowie festliche Kleidung gekauft werden. «Eine Zeitlang sind wir im modischen Bereich die Einzigen gewesen. Jetzt merken wir deutlich, dass die Konkurrenz größer geworden ist», erklärte Schulte. Firmen wie «mamalicious» des Konzerns Bestseller, der auch für Vero Moda und Only verantwortlich zeichnet, oder Modeketten wie Esprit, S. Oliver oder Mexx verstärkten den Wettbewerb deutlich.

Eine Studie über die Zahl der Läden, die nur Umstandsmode anbieten, oder die Designer gibt es nicht, sagt Jörgen Dax vom Bundesverband Deutscher Textileinzelhandel (BTE). Er würde es jedoch sehr begrüßen, wenn Schwangere in Zukunft einfacher «pfiffigere» Sachen fänden. Schließlich steige auch die Geburtenrate wieder an. Medienberichten zufolge ist im vergangenen Jahr die Rate in Deutschland auf den höchsten Stand seit 1990 geklettert. Davon hat offensichtlich auch «sexymama» profitiert. Erst vor einiger Zeit zog Petzold in einen größeren Laden um.

Zwei neue Trends hat Petzold bereits ausgemacht. Sie verkaufe immer mehr Schwangerenmode auch an Nichtschwangere, verrät die zweifache Mutter. Außerdem seien Stillsachen jetzt sehr gefragt. Frauen wollten sich auch während der Stillzeit praktisch, aber hübsch kleiden, erklärt die Geschäftsfrau. Dafür gäbe es dann Öffnungen in den Shirts unter dem Brustbereich, so dass die Babys diskret gestillt werden könnten.




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