In Deutschland werden derzeit pro Jahr 200 000 Wohnungen zu wenig gebaut. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Eduard Pestel Instituts, die am Montag in München im Rahmen der Messe BAU 2009 vorgestellt wurde. Der Präsident des Bundesverbandes Freie Immobilien- und Wohnungsunternehmen, Walter Rasch, sagte, der Wohnungsneubau sei in Deutschland inzwischen fast zum Stillstand gekommen.
Der Präsident des Bundesverbandes Freie Immobilien- und Wohnungsunternehmen, Walter Rasch forderte aufgrund des Mangels umfassende steuerliche Anreize zum Neubau, zum Beispiel einen Zuschuss von 4500 Euro für jeden, der ein Eigenheim neu errichtet oder anschafft. Dies solle Bestandteil des Konjunkturpakets II werden.
Auch der Präsident des Bundesverbands Deutscher Baustoff-Fachhandel, Stefan Thurn, verlangte, im Zuge des Konjunkturpaketes II müsse das Baugewerbe seiner Bedeutung entsprechend gewürdigt werden. «Die Maßnahmen aus dem sogenannten ersten Konjunkturpaket und die bisherigen Vorschläge für ein Folgeprogramm reflektieren die stabilisierende Wirkung der Bau- und Wohnungswirtschaft nur unzureichend. Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Bauwirtschaft wird unterschätzt», kritisierte Thurn.
So seien im Baugewerbe sowie der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft über 2,5 Millionen Erwerbstätige beschäftigt, in der Automobilindustrie hingegen weniger als eine Million. «Sie erbringen Leistungen, die nicht ins Ausland verlagert werden können, sondern im Land geleistet werden», betonte Thurn weiter. Hierbei ist der Wohnungsbausektor mit 57 Prozent Anteil an allen Bauinvestitionen die größte Bausparte.
Der Präsident des Gemeindetags Uwe Brandl (CSU) sagte am Montag in München: «Knapp zwei Drittel aller Bauinvestitionen in Bayern werden von Gemeinden, Märkten und Städten getätigt.» Er fordert von der Bundesregierung die Übernahme dieser Anteile durch den Staat, falls eine Gemeinde sie nicht aufbringen kann. Man müsse die Kommunen zu einer Stütze der Konjunktur machen, mahnte auch Brandl an.

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