Auch mehr als 200 Jahre nach der Abschaffung der Sklaverei sind nach UN-Angaben weltweit mehr als 27 Millionen Menschen Opfer von Menschenhandel. "Die Sklaverei gehört nicht der Vergangenheit an, sie ist auch heute noch Realität", sagte die UN-Sonderberichterstatterin für moderne Formen der Sklaverei, Gulnara Shahinian, in Genf. Weltweit seien Menschen in armen und reichen Ländern betroffen. Sklaverei gehe dabei oft mit Armut, sozialer Ausgrenzung, Mangel an Bildung und Korruption einher.
Immer wieder werden Fälle von Sklaverei bekannt. In Brasilien hatte erst kürzlich die katholische Kirche den rasanten Anstieg der Zwangsarbeiter verurteilt, die auf den Zuckerrohr-Plantagen für die Gewinnung von Biotreibstoffen schuften müssen. In einem wegweisenden Urteil gab der Gerichtshof der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) im Oktober dem Staat Niger die Schuld für einen Fall von Menschenhandel. Demnach hatte sich das Land durch "Nichthandeln" schuldig gemacht.