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21. Oktober 2008 Druckversion | Kommentar schreiben

LEBENSMITTEL & GENUSS

Zurück zu den Wurzeln

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djn). Mit einer Rückbesinnung auf alte Werte der Biobranche wie Nachhaltigkeit und Regionalität will die Münchner Biosupermarktkette Basic ihre Krise meistern. Im vergangenen Jahr hatte Basic einen Verlust von sieben Millionen Euro zu verzeichnen und stand kurz vor der Insolvenz. «Wir wollen den Fehlbetrag im laufenden Jahr halbieren und 2009 wieder eine schwarze Null schreiben», sagte Interims-Vorstand Joachim Kreuzburg am Montag in München. Die Sanierung der nicht börsennotierten Basic AG sei mittlerweile zu 90 Prozent abgeschlossen. Das «Tal der Tränen» sei durchschritten.





Auch der flächenbereinigte Umsatzrückgang, der 2007 bei vier Prozent lag und im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich sieben Prozent beträgt, soll bis dahin gestoppt werden. Basic war durch den Einstieg des Discounters Lidl und damit verbundene Kundenproteste in die Krise geraten. «Es war fünf vor zwölf», sagte Kreuzburg. Nach dem Rückzug von Lidl saß Basic auf einem Kostenberg, der sich unter anderem durch die ambitionierten Expansionspläne des Unternehmens aufgehäuft hatte.

Diese Verbindlichkeiten würden nun nach und nach abgetragen. Zudem laufe eine Kapitalerhöhung um sechs Millionen Euro, für die eine Million neuer Anteile zu je sechs Euro platziert werden soll. Die derzeitigen Anteilseigner hätten bereits Interesse daran signalisiert. Aktuell liegen 40 Prozent der Anteile bei der Schweizer Finanzholding ASI, je 20 Prozent halten die Basic-Gründer Georg Schweisfurth und Johann Priemeier, weitere zehn Prozent der Mitgründer Richard Müller. Der Rest gehört Kleinaktionären.

Um das Unternehmen zu retten, seien schmerzhafte Einschnitte nötig gewesen, sagte Kreuzburg. Erst jüngst wurden vier Standorte in Köln, Hagen, Münster und Karlsruhe geschlossen. Die Mitarbeiterzahl sank von 700 Vollzeitkräften im Jahresmittel 2007 auf heute etwa 600. Weitere fünf von derzeit 24 Filialen stünden unter besonderer Beobachtung. Vorerst seien aber keine weiteren Schließungen geplant. In München, wo Basic vor zehn Jahren seinen ersten Biosupermarkt eröffnet hatte, sollen bis Februar 2009 sogar zwei neue Standorte eröffnet werden. Im Laufe des Jahres sollen deutschlandweit drei weitere Neueröffnungen folgen.

Kreuzburg erwartet auch für den gesamten Biofachhandel eine Konsolidierungswelle. Das Wachstum der Branche werde aber nicht mehr so stürmisch verlaufen wie zuletzt. Am Ende würden wohl nur vier deutschlandweite Biosupermarktketten bestehen können. Nach Angaben von Basic wuchs der Markt mit Biolebensmitteln 2006 um 18 Prozent, 2007 noch um 15 Prozent.

Besorgt zeigte sich Kreuzburg, dass der weitaus größte Teil des Zuwachses dem konventionellen Lebensmitteleinzelhandel zugute kam. Dessen Umsatzanteil am Biosegment wuchs von 35 Prozent in 2003 auf 53 Prozent in 2007. Zugleich sank der Anteil des Biofachhandels von 26 auf 22 Prozent. Um Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen, müsse sich Basic wieder auf seine Wurzeln besinnen. Nachhaltigkeit und faires Handeln stünden dabei «klar vor Gewinnmaximierung». Damit wolle sich Basic bewusst von Mitbewerbern absetzen, die sich hohe Gewinne versprächen, sich aber wenig um ein nachhaltiges ökologisches Wirtschaften kümmerten.




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